Warum ich glaube, dass der allseits ausgerufene Bullenmarkt noch eine ganze Weile auf sich warten lässt
Allenthalben wird in den sozialen Medien der heftigste Bull Market aller Zeiten ausgerufen und die Menschen werden gedrängt jetzt noch schnell in Bitcoin einzusteigen, bevor die Reise ohne Sie beginnt. (Hier ein Bespiel von Marc Fridrich, den ich eigentlich sehr schätze, aber dieses Video gehört eher nicht zu seinen Sternstunden.) Nach meiner Meinung ist das weder seriös, noch entspricht es irgendwie den Tatsachen. Alles was damit produziert wird ist Stress und FOMO. Ja natürlich wird der Bitcoinkrus steigen und wir werden neue Allzeithochs sehen, da gibt es gar keine Frage, aber wann das passiert kann keiner vorhersagen und die Senkung der Leitzinsen für den Euro um ein 1/4 Prozent lösen ganz sicher keine Rally aus. Auch die immer kleiner werdenden Abflüsse bei Grayscale lösen diesen Hype nicht aus, sind sie doch sehr wahrscheinlich nichts anderes als eine Umverteilung in die neuen ETFs der Vermögensverwalter, also linke Tasche, rechte Tasche.
Was ich glaube ist, dass es so laufen wird wie in den Zyklen zuvor, nämlich dass mit etwa einem Jahr Verzögerung die nächste Treppenstufe im Bitcoinpreis erklommen wird. Wir hatten durch die Einführung der ETFs einen außergewöhnlichen, zusätzlichen Impuls, der den Preis für Bitcoin schon vor dem Halving auf neue Höchststände geschickt hat, aber das bedeutet noch lange nicht, eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall, dass insbesondere Privatanleger jetzt animiert werden in Bitcoin zu investieren. In der breiten Masse ist immer noch nicht angekommen, dass man keine Bitcoin kauft, sondern Satoshis sammelt, es sei denn, man stammt aus dem Hause Reich. Der extrem hohe Preis wirkt auf Herrn und Frau Otto Normal zunächst erstmal abschreckend und wir dürfen eben nicht müde werden das Wissen und Verständnis von Bitcoin an sich in die breite Masse zu tragen und die teils hanebüchenen Vorurteile und Falschbehauptungen, wie sie in den Gazetten und im TV verbreitet werden auszuräumen und zu widerlegen. Es ist nie zu spät sein Geld in Bitcoin anzulegen und der Einstiegspreis bei einem deflationären Gut wie Bitcoin ist auf lange Sicht vollkommen egal.
Im Moment wird die Aussage von Donald Trump in der Bitcoin-Szene gefeiert, dass er eine wohlwollende Regulierung, sogar eine staatliche Förderung und Protektion von Bitcoin einführen will, sollte er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden. Ich denke, ich muss niemanden erklären, dass dieser Mann dazu nicht die Macht hat. Kein US-Präsident bestimmt seit der Einführung der FED über das Geld und ich bezweifle sogar, dass dies jemals der Fall war. Und ähnliche Aussagen von Robert F. Kennedy Jr. haben noch weniger wert, aber ja sie schaffen Publicity und die ist wiederum per se gut. Was ich aber auf jeden Fall gelten lasse, ist die Möglichkeit, dass sich amerikanische Pensionsfonds dem Beispiel von Wisconsin anschließen und von dort noch mehr institutionelles Geld zufließt, doch auch das wird nur passieren, wenn der Kurs mittelfristig anzieht. Wenn man sich einmal die Google-Trends zu Bitcoin anschaut, dann ist das Thema irgendwie überhaupt nicht existent.
Man kann sehen, dass in den letzten 12 Monaten zur Einführung der ETFs das höchste Interesse war und seither sinkt es kontinuierlich. Das alles sind für mich keine Indikatoren für ein außergewöhnlichen Bullenmarkt. Wir werden noch eine ganze Weile warten müssen, bis wir die postulierten 100.000, 250.000, 350.000 Dollar und wie viel auch immer ausgerufen wird, erreichen. Derzeit verhält sich Bitcoin genauso wie in den Jahren zuvor mit der kleinen Ausnahme, dass durch die ETFs ein zusätzlicher Hubbel im Kurs entstanden ist. Es gibt also nach meinen dafürhalten gar keinen Grund jetzt übereilt zu investieren, sondern so wie die ganze Zeit zuvor einfach einen kühlen Kopf zu bewahren und die eigene Anlagestrategie weiterzuführen. Aber eines ist sicher, wir werden diese Kurse sehen - früher oder später.
Hier nun noch das Video von Marc Friedrich, welches dennoch sehenswert ist, aber eben mit Vorsicht zu genießen.